Dieser Text stammt ursprünglich von Erin Pavlina, einer intuitiven Beraterin. Es ist einer der aussergewöhnlichsten Artikel, die mir dieses Jahr vor’s Auge gekommen sind, und er ist es definitiv wert verbreitet zu werden.


 

In meinem Traum letzte Nacht ass ich mit dem Teufel zu Abend. Er führte mich aus in ein schickes Restaurant. Wir hatten Krabbenküchlein; die besten, die ich jemals gegessen habe. Keiner der Gäste im Restaurant vermochte uns zu sehen, ausser diesem einem Kellner, der immer mein Wasserglas nachfüllte.

„Warum hast du mich hierher gebracht?“ fragte ich ihn.

Er trug einen massgeschneiderten weissen Anzug mit einem schwarzen Hemd mit fest geknöpftem Kragen und einer roten Krawatte. Seine Uhr schaute aus wie ein Rolex. Total klischeehaft.

„Um ein paar Dinge zu erklären, die du wissen musst,“ antwortete er, als er einen Schluck von seinem Wein nahm. Er hielt einen Moment inne, um ihn zu geniessen.

„Wirklich?“, fragte ich. „Ich kann es kaum erwarten. Was ist es, was ich wissen muss?“

„Ich bin nicht der böse Junge.“

„Aha. Das ist das was alle bösen Jungs sagen, wenn sie ihre Taten rechtfertigen wollen,“ sagte ich.

Er lächelte, und sagte, „Hör mich an. Bitte.“

Ich erwartete, dass er auf irgendeine Weise verunstaltet wäre, das Böse ausstrahlend; aber er war ziemlich gutaussehend, und in diesem Moment schien er bemerkenswert menschlich. Mein Wächter war oben, aber wie oft bekommt man schon die Gelegenheit mit dem Teufel zu plaudern? Ich muss zugeben, ich war neugierig seine Geschichte zu hören.

„Also dann,“ sagte ich.

Er lächelte. „Wie ich sagte, ich bin nicht der böse Junge. Ich bin ein Verwalter.“

„Ein Verwalter?“, fragte ich. „Von was? Von menschlichem Elend?“

Ein geduldiges Lächeln umformte seine Lippen. „Nein. Ich bin der Verwalter dieser Schöpfung.“

„Ich dachte Gott wäre der Verwalter. Unserer Seelen, unserer Welt, unserer Wege.“

„Nein“, sagte er mit einem leichten Schütteln seines Kopfes. „Gott erschuf den Garten, aber ich kümmere mich um ihn. Gott erschuf die Spielwiese auf der ihr spielt, aber ich bin derjenige, der über euch alle wacht. Gott gab das Geschenk des Lebens, aber ich bin derjenige, der eure Erfahrungen manifestiert.“

„Was meinst du damit? Du bist derjenige der entscheidet, ob jemand ein gutes Leben oder ein schlechtes Leben erhält?“ fragte ich.

Er nahm sein Weinglas auf, und starrte in die rote Tiefe. Für einen Moment sah es aus als wäre er weit weg, aber dann war er wieder da.

„Nein, ich erfülle Wünsche.“

„Sagst du, dass die Leute sich Tragödien wünschen? Sehnen sie sich den Krieg herbei? Du willst sicherlich nicht andeuten, dass sie sich Krebs wünschen!“ sagte ich, laut. Niemand im Restaurant reagierte. Dann erinnerte ich mich, dass sie uns nicht sehen konnten.

Er lehnte sich nahe zu mir. „Aber das tun sie, Erin. Die Menschen haben freien Willen und sie haben freie Herrschaft. Durch ihre Aktionen, durch ihre Vibrationen, durch ihre Sehnsüchte erschaffen sie ihre eigenen Erfahrungen. Ich bin nur derjenige der sicherstellt, dass sie bekommen wonach sie fragen.“

„Aber, ich meine – die Menschen wollen Liebe, und Freude, und Frieden.“

Er lehnte sich zurück in seinen Stuhl. „Ja, das tun sie. Und sie bekommen das ebenfalls gewährt.“

„Und warum ist die Welt dann nicht ein besserer Ort, wenn sich so viele Menschen ein gutes und positives Resultat wünschen?“, hakte ich nach.

Er sagte, „Weil es viel mehr Leute gibt, die sich nach Tragödien sehnen.“

„Ich kenne niemanden, der sich nach Tragödien und Missgeschicken sehnt“, sagte ich.

„Aber das tun sie. Durch ihre Schwingungen. Schmerz, Traurigkeit, Verlust – das sind alles Ablenkungen. Du würdest nicht glauben welche grosse Anzahl an Leuten Angst vor ihrer eigenen Mächtigkeit hat, dass sie sich Ablenkungen manifestieren um sich davon abzuhalten zu ihrer eigenen Grossartigkeit zu finden.

Zum Beispiel, wie könntest du auf eine Bühne gehen und zu 8’000 Leuten im Publikum über Liebe sprechen, wenn du von dem Krebs in deinem Körper zu abgelenkt bist? Wie könntest du durch die Welt reisen und Hoffnung zu denen bringen, die sie verloren haben, wenn dein Kontostand so niedrig ist, dass du noch nicht einmal Brot kaufen kannst?“

„Und du machst, dass das alles geschieht?“, fragte ich.

„Nein“, antwortete er. „Die Menschen tun das. Wie ich bereits sagte, ich erfülle nur Wünsche, ich bestimme nicht darüber, welche Wünsche die Menschen äussern. Was sie nicht realisieren, ist, dass sie sich ihre eigene Erfahrung kreieren. Die meisten Menschen geben äusseren Kräften die Schuld für ihre Missgeschicke. Sie Ãübernehmen keine Verantwortung für ihre Aktionen und Vibrationen.“

„Verstehe ich dich richtig, dass kleine Kinder die missbraucht werden, schwingungsmässig danach ausgerichtet sind verletzt zu werden?“

„Nein“, sagte er. „Die Person die sie verletzt, ist in seiner oder ihrer Schwingung auf Wut oder Angst ausgerichtet, und das Kind muss unglücklicherweise die Konsequenz dessen ertragen. Aber das Kind bestimmt dann, was mit dessen Schwingung geschieht. Einige kommen aus solch einer Situation mit Angst, mit Wut, und einem niedrigen Gefühl an Selbstwert, während andere in der Lage sind die Schmerzen in der Person zu sehen, die ihnen diese Verletzung zugeführt hat, und sie können Mitgefühl für sie aufbringen, vielleicht sogar anderen helfen. Es geht immer um den Kontrast.“

„Was meinst du damit?“

„Kontrast ist alles. Kontrast ermöglicht dir die Vision, um deine Vibration zu verändern. Manchmal müssen die Menschen den Schmerz erfahren, um das Vergnügen zu verstehen. Sie müssen wissen was sie NICHT wollen, um sich darüber im Klaren zu sein, was sie wollen. Es gibt da draussen Millionen von Menschen, die sich eine schmerzhafte Trennung manifestiert haben, oder eine Tragödie, und die jetzt damit besser dran sind als zuvor.“

Er hielt inne, und ich wusste nicht was ich sagen sollte. Ich kannte unzählige Geschichten von Leuten, die sich aus der Misere ihrer Schicksalsschläge wieder erhoben hatten.

Ich schaute mich für einen Moment im Restaurant um. Ich sah Paare, die ein romantisches Abendessen miteinander verbrachten. Ich sah auch Paare, die sich anstrengen mussten, um miteinander in Verbindung zu sein. Ich sah Leute in Stille dasitzend, und andere sich streitend. Sie alle machten in ihren Leben unterschiedliche Erfahrungen.

Dann schaute ich den Teufel wieder an. Er sass geduldig da, während ich seine Informationen verarbeitete. Ich öffnete meine intuitiven Fähigkeiten, da ich mehr von ihm sehen wollte. Ich wollte seine wahre Essenz sehen.

Er lächelte wissend und sagte: „Ja, schau mich an. Ich habe nichts zu verstecken.“

Als ich seine Energien las, sah ich mehrere Dinge. Tapferkeit und innere Stärke. Damit kann er diesen Job tun, dachte ich. Ich sah auch Traurigkeit und Bedauern.

„Den meisten Leuten mag ich wie ein Monster vorkommen, Erin, aber ich erfülle nur die Aufgabe, die Gott mir gegeben hat. Ich bin den Wünschen und Sehnsüchten der Menschen ausgeliefert. Es ist schwierig für mich den Menschen Schmerzen zu bringen, aber ich hoffe immer, dass sie ihre Schwingungen noch herumdrehen und nach den helleren, freudvolleren Wegen suchen. Es steht ihnen jederzeit frei dies zu tun.“

Ich hatte Mitgefühl für den Teufel, für die Aufgabe die er zu tun hatte.

Dann sagte ich zu ihm, „Warum hast du mir das alles erzählt?“

Er sagte, „Weil du es ihnen sagen kannst. Du kannst den Menschen erklären, wie wichtig es ist eine Absicht zu formulieren, und sich schwingungsmässig danach auszurichten. Du kannst ihnen helfen zu verstehen, dass ihre Leben in jeder Hinsicht so sein können, wie sie es sich wünschen und dass ihre Leben so sind, wie sie es sich erschaffen haben. Sag ihnen, sie sollen vor ihrer eigenen Macht keine Angst haben. Sag ihnen, sie sollen ihre Grossartigkeit annehmen, um die Welt für jeden zu einem besseren Platz zu machen. Sag ihnen, sie sollen die Not der Anderen nicht ignorieren, sondern einen Weg finden, sie zurück ins Licht zu führen. Die Welt kann all das sein, was sie wollen das sie sein soll. Sie kann ein Himmel sein, oder eine Hölle.“

„Ich verstehe“, sagte ich.

„Wenn du aufwachst, erinnere dich daran, was ich dir gesagt habe. Schreib es auf. Und sag es ihnen. Bitte.“

Er schnappte mit den Fingern, dramatisch, und ich wachte in meinem Bett auf. Die Erfahrung war frisch und klar in meiner Erinnerung, und ich begann sofort zu schreiben.

 


Quelle: http://www.erinpavlina.com/blog/2015/04/dining-with-the-devil/