„Selbstverständlich müssen wir unseren Planeten bewohnbar halten – und das nicht auf einer gemächlichen Zeitskala von Jahrhunderten oder Jahrtausenden, sondern dringend, nämlich auf einer Zeitskala von nur Jahrzehnten oder Jahren. Dies wird zu Veränderungen in den Regierungen, der Industrie, der Ethik, und in Wirtschaft und Religion führen. Wir haben so etwas niemals zuvor getan, und ganz bestimmt nicht auf einer globalen Ebene.

Es könnte sein, dass es zu schwierig für uns wird. Gefährliche Technologien mögen sich bereits zu weit verbreitet haben. Die Korruption könnte bereits allgegenwärtig sein. Zu viele von unseren Führern könnten sich ausschliesslich auf die kurz- als auf die langfristigen Ziele fokussieren. Es könnten zu viele sich streitende ethnischen Gruppen, Nationalstaaten und Ideologien geben, um den notwendigen globalen Wandel einzuleiten. Wir könnten zu töricht sein um zu erkennen, was die wahren Gefahren sind, oder dass der Umfang von dem was wir darüber hören, von denen bestimmt wird, die ein gewisses Interesse an einem nur minimalen grundsätzlichen Wandel haben.

Auf der anderen Seite haben wir Menschen aber auch eine Historie des Erschaffen langanhaltender sozialer Veränderung, die fast jeder für unmöglich gehalten hätte. Seit unseren frühesten Tagen, haben wir nicht nur für unseren eigenen Vorteil gearbeitet, sondern auch für unsere Kinder und Enkelkinder. Meine Grosseltern und Eltern haben das für mich getan. Trotz unserer Unterschiedlichkeit und trotz endemischer Feindschaften haben wir es zumeist geschafft uns zusammenzureissen, um einem gemeinsamen Feind die Stirn zu bieten. Hier und jetzt scheinen wir mehr denn je in der Lage die Gefahren zu erkennen, die vor uns liegen – als wir es noch vor einer Dekade gewesen wären. Die nun erkennbaren Gefahren betreffen uns alle. Und niemand hier unten kann eine Aussage dazu treffen, wie die Würfel schlussendlich fallen werden.“

 


Sagan, Carl: Pale blue dot. A vision of the human future in space. 1. Aufl. New York: Random House, 1994, S. 374